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Aktuell
Mättig-CD | Der süße Geschmack der guten Tat!
Unterstützung
Allgemeines | Reemtsma-Stiftung unterstützt Mättig-Stiftung | Mättig-Brot-Präsentation in Kamenz | Bäcker-Innung von Bautzen kreierte Mättig-Brot
Förderprojekte
Spendenaktion zur Restaurierung des Mättig-Epitaphs | Erfolgreiche Restaurierung des Mättig-Porträts 2008
Mättig-CD
Die CD mit dem Mitschnitt der 2010 erfolgten Uraufführung der von Liana Bertok neu vertonten Mättig-Kantate ist erschienen! Diese Aufnahme ist in Kooperation mit dem Sorbischen Nationalensemble sowie mit finanzieller Unterstützung des Kulturraums Oberlausitz/Niederschlesien, der Sparkassenstiftung sowie der Stadt Bautzen ermöglicht worden. Die CD ist nicht verkäuflich, aber gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro beim Freundeskreis der Mättig-Stiftung erhältlich.
Der süße Geschmack der guten Tat!
Ab 25. September 2011 wird in Bautzen und Region eine spezielle Mättig-Praline der Confiserie Felicitas aus Hornow zu erwerben sein.
Goedele Matthysen (Foto) präsentierte diese Praline auf einer Pressekonferenz am 17.Mai in Bautzen.
Für jede verkaufte Praline
spendet das Unternehmen 1 Euro für die Förderung der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde in Bautzen (TiK).
Die Praline,
die durch die Doppellilie der Mättig-Stiftung geschmückt ist, wird bis Weihnachten zu erwerben sein.
Unterstützung
Die Stiftung wird zwar von Nachkommen Gregorius Mättigs, die heute in den
verschiedensten Regionen der Welt leben, initiiert. Sie versteht sich jedoch
als bürgerschaftliche Institution, die in Bautzen verankert und verwurzelt
sein soll.
Förderer sind bereits in der Startphase die Kreissparkasse Bautzen, die
Stadt Bautzen und die evangelisch-lutherische Kirche.
Aber auch Bürger der Stadt haben bereits frühzeitig ihre
materielle Unterstützung bereitgestellt.
Hier sind zu nennen
Ingeborg Eule, Bautzen
Regine Gebhardt, Bautzen/Soest
Dr. Wolfgang Frenzel, Crostau
Herrmann Graf Pückler, München
Robin Hermans, Sao Paulo
Dr. Dietmar Wappler, Bautzen
Ehepaar Dr. Matthias Linke, Doberschau bei Bautzen
Zustiftungen zum Stiftungskapital oder projektbezogene Spenden sind erwünscht.
Wenn Sie die Arbeit der Stiftung (Zustiftungen oder projektbezogene Unterstützungen)
finanziell unterstützen wollen, so überweisen Sie bitte auf das Konto der
Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung bei der
Kreissparkasse Bautzen
Kontonummer: 10000 35820
Bankleitzahl: 855 500 00
Internationale Kontonummer / IBAN: DE09 8555 0000 1000 0358 20
Internationale Bankidentifikation / BIC: SOLADES1BAT
Reemtsma-Stiftung unterstützt Mättig-Stiftung
Die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung Bautzen erhält Unterstützung durch die Herrmann Reemtsma Stiftung. Auf der jüngsten Sitzung beschloss
der Vorstand in Hamburg, die Hälfte der Kosten für die Restaurierung des Mättig-Epitaphs im Dom St. Petri zu übernehmen. „Die Stiftung ist bereit,
jeden eingeworbenen Euro der Mättig-Stiftung ab heute zu verdoppeln, um letztlich die nötigen 78.345 Euro zusammenzubringen“, sagt Dr. Sebastian
Giesen, Geschäftsführer der Reemtsma-Stiftung. Ausschlaggebend für die Unterstützung seien die Bemühungen der Mättig-Stiftung um das
bürgerschaftliche Engagement in Bautzen.
Der Stiftungsrat der Mättig-Stiftung freut sich über diesen positiven Bescheid aus der Hansestadt.
„Das ist die beste Nachricht, seitdem wir die Stiftung 2007 wieder gegründet haben und gibt uns unwahrscheinlich Zuversicht,
dass wir noch viele gemeinsame Projekte mit den Bürgern der Region bewegen und voranbringen“, sagt
Stiftungsratsvorsitzender Uwe Koch. Das Mättig-Epitaph zähle zu den bedeutendsten frühneuzeitlichen Ausstattungsstücken
von Kirchen in der Region. In Bautzen wie auch in den anderen Sechsstädten der Oberlausitz sind nur wenige
großformatige Epitaphien des 17. Jahrhunderts erhalten. Heute zeigt das Schnitzkunstwerk Schäden, wie
Anobienfraß, Trockenrisse, abgebrochenes Schnitzwerk und starke Verschmutzungen.
„Mit dieser guten Nachricht hoffen wir natürlich auf die Mithilfe der Oberlausitzer, denn nur gemeinsam sind
die anderen 50 Prozent aufzubringen. Die Förderzusage ist eine große Anerkennung unserer Arbeit und ein
großes Kompliment an Bautzen. Wir planen am Dom St. Petri eine Aktion, die den Fortschritt der Spendensammlung
für alle Bürger sichtbar macht“, sagt Uwe Koch.
Auch die aktuelle Zeitschrift der Kulturstiftung der Länder „arsprototo“ wirbt für das Epitaph in einer
deutschlandweiten Spendenaktion. Auf der Website der Mättig-Stiftung sind nähere Informationen zur
Spendenaktion zu finden. Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden:
Kreissparkasse Bautzen
Kontonummer: 10000 35820
Bankleitzahl: 855 500 00
Internationale Kontonummer / IBAN: DE09 8555 0000 1000 0358 20
Internationale Bankidentifikation / BIC: SOLADES1BAT
Die Herrmann Reemtsma Stiftung wurde 1988 von Hermann-Hinrich Reemtsma im Gedenken an seinen Vater,
den Unternehmer und Mäzen Hermann F. Reemtsma (1892-1961), als private Stiftung bürgerlichen Rechts ins
Leben gerufen. Die Stiftung versteht sich als Förderstiftung, die gemeinnützige Zwecke in Kultur,
Wissenschaft und mildtätigen Aufgabenbereichen verfolgt.
Wer mehr über den Bautzener Mäzen, Arzt und Ratsherren erfahren möchte, findet Wissenswertes in dem jüngst
erschienenen Buch zu Gregorius Mättig (1585 bis 1650). Gemeinsam mit dem Museum Bautzen brachte die Mättig-Stiftung
diese Publikation auf den Weg. Es skizziert die Bedeutung des Stifters in der Lausitz und in Bautzen, geht auf Spurensuche
in seiner Heimatstadt und belegt die Arbeit seiner Stiftungen. Das Buch ist im Buchhandel und im Museum
für fünf Euro erhältlich.
Mättig-Brot-Präsentation in Kamenz

Die Bautzener Bäcker präsentierten das Mättig-Brot erfolgreich auf einer Veranstaltung am 6.Mai in Kamenz. Auch Herr Minister Kupfer,
der in Dresden für Umwelt und Landwirtschaft zuständig ist, fand Gefallen am Brot und informierte sich auch über die gemeinsam mit
Bautzener Unternehmern geplanten Veranstaltungen anlässlich des 425. Geburtstages von Gregorius Mättig in Bautzen.Das Mättig-Brot
wird nach wie vor erfolgreich in Bautzen und Umgebung hergestellt und verkauft. Die Bäckermeister spenden von jedem verkauften
Brot 30 Cent für den Bildungsfonds der Mättig-Stiftung.
Bäcker-Innung von Bautzen kreiert Mättig-Brot

Auf Initiative des Bäckermeisters Stefan Richter aus Kubschütz bei
Bautzen wurde ein spezielles Brot entwickelt, dass den Namen Mättig-Brot
tragen wird. Die in enger Abstimmung mit unserer Stiftung
vorangetriebene Idee stellt eine erste langfristige Partnerschaft
zwischen mittelständischen Unternehmen der Region und der
Mättig-Stiftung dar.
Mit der Initiative der Bautzener Bäcker – Innung, an der bisher 10
Bäckermeister aus Bautzen und Umgebung teilnehmen, sollen die Ziele
der Mättig-Stiftung unterstützt und bekannt gemacht werden.
Jeder Käufer des Brotes unterstützt die Projekte der Stiftung in den
Bereichen Bildung und Kultur mit 30 Cent.
Ab Januar 2009 wird das Mättig-Brot in Bautzen, Hochkirch, Wilthen und
Kubschütz zu erwerben sein.
Spendenaktion zur Restaurierung des Mättig-Epitaphs
Die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde
St.Petri Bautzen starten im September 2009 eine Spendenaktion zur Restaurierung
des Epitaphs von Gregorius Mättig. Die Restaurierung des Epitaphs wurde mit einem Kostenumfang
von ca. 55 T Euro kalkuliert. Geplant ist überdies eine anschließende Publikation zum Epitaph
und zur Bildhauerkunst in der Oberlausitz des 17. Jahrhunderts.
Ihre Spende wird benötigt und erbeten!
Geschichte, Bedeutung und Restaurierungsbedarf des Mättig-Epitaphs
An der Südwand des südlichen Langhausseitenschiffes der Bautzener Petrikirche hat das Epitaph
des Gregorius Mättig seinen Standort(1). Das monumentale, in einer mehrgeschossigen architektonischen
Struktur aufgebaute Werk ist vollständig aus Holz gearbeitet und farbig gefasst.
Unter der steingrauen Farbschicht des 19. Jahrhunderts liegt vermutlich eine Weißpolierfassung und
darunter die primäre frühbarocke Fassung.
Der Zustand des Kunstwerkes ist durch Schäden, wie Anobienfraß, Trockenrisse, abgebrochenes
Schnitzwerk und starke Verschmutzungen gekennzeichnet und macht dringend eine Restaurierung
erforderlich.
Weitere Informationen zur Spendenaktion finden Sie im Internet unter www.kulturstiftung.de.
Im unteren Bereich zeigt es zunächst eine Rollwerkkartusche, an der das Miniaturbildnis des
Gregorius Mättig sowie eine Tafel mit der Inschrift ̶Unsterblich bleibe der Ruhm auch ohne
Monument / Dem Mann – den Budissin durch milde Stiftung ken[n]t. / Herr D. Gregorius Maettig
geb. d. 25. Sept. 1585. gest. d. 30. Mart. 1650“ (nach C. Gurlitt) angebracht sind. Darüber
folgt in der Sockelzone des ersten Geschosses eine Kartusche mit dem Zitat „ICH bin
die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 25,11). Seine bildliche Entsprechung findet es in der,
von einem Ornamentband gerahmten und in Halbrelief ausgeführten Darstellung der Auferstehung Christi.
Ihr liegt ein seit dem Spätmittelalter tradiertes ikonographisches Schema zugrunde, das den
Auferstandenen mit der Fahne als Zeichen des Triumphs über dem geöffneten Grab schwebend zeigt,
von dem sich die Wächter erschrocken abwenden. Die Relieftafel wird von einer
korinthischen Säulenordnung eingefasst, deren Einzelelemente reich mit verschiedenem Zierrat
wie Engelsköpfchen und Weintrauben als eucharistischem Symbol gestaltet sind. Sie enthält in der
Frieszone eine weitere Inschriftenkartusche mit
dem Zitat „Ja, ICH komme bald! Amen! Ja, komm, HERR JESUS!“ (Offb. 22, 20-21).
Auf dem darüber folgenden Gesims sitzen zwei vollplastisch gearbeitete Engelsfiguren, die
einstmals vermutlich Attribute oder Instrumente in den Händen hielten. Sie leiten über zur
Thematik des zweiten Geschosses, das die Reliefdarstellung des Jüngsten Gerichts
zeigt – ebenfalls in einer tradierten lutherischen Ikonographie, die durch zahlreiche
Stichvorlagen verfügbar war. Das zweite Relief wird von einer korinthischen Pilasterordnung
eingerahmt, die – wie bereits die Säulenordnung des darunter liegenden
Geschosses – mit verschiedenen Ornamentformen reich verziert ist. Über dem
abschließenden Gesims folgt ein geschweifter, mit Knorpelwerk verzierter Giebel,
in dessen Mitte das Wappen des Gregorius Mättig in einem goldenen Kranz angebracht ist.
Auf dem das Gesamtwerk bekrönenden Postament steht eine vollplastische Figur der
geflügelten Fama mit Posaune und einem vergoldeten Kranz als Allegorie des unsterblichen
Ruhmes des Verstorbenen. Das Epitaph befindet sich noch an seinem ursprünglichen Aufstellungsort,
der in der Nähe des eigentlichen, heute nicht mehr markierten Grabmals des Gregorius Mättig
liegt(2).

In seinem Aufbau und zahlreichen Detailformen orientiert sich das Werk, das in einer Schrift aus
dem Jahr 1740 als „singulari opere artificioque“ bezeichnet wurde(3), unübersehbar am
unmittelbar benachbarten Retabel des lutherischen Abendmahlsaltars im Südschiff der Petrikirche.
Der Altaraufsatz des bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts einzigen Altars im lutherischen Teil des
Gotteshauses war in den vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts anstelle eines beim
Stadtbrand von 1634 verlorenen gegangenen, älteren Retabels errichtet worden.
Als Hauptfinanziers traten dabei der Schwager des Gregorius Mättig, Antonius Rosenhain,
sowie Syndikus Dr. Ambrosius Hadamer, ein enger Freund Mättigs auf. Die
gestalterischen Parallelen zwischen beiden Werken sind so eng, dass nicht nur von einer
bewussten Vorbildwahl des Auftraggebers, sondern von einem gemeinsamen Werkstattzusammenhang
ausgegangen werden kann. Die Gemeinsamkeiten beschränken sich aber nicht nur auf einen
weitgehend identischen architektonischen Aufbau sowie zahlreiche wiederkehrende
Gestaltungselemente und Zierformen. Beide Werke stehen auch programmatisch in enger
Beziehung zueinander – was nicht zuletzt ein sowohl am Retabel wie auch am Epitaph zu
findendes gleichlautendes Zitat aus dem Johannesevangelium unterstreicht.
Das Altarretabel präsentiert in Text und Bild das geradezu klassisch-lutherische Programm der
Erlösungshoffnung aus dem Kreuzestod und der Auferstehung Christi sowie seinem Richterspruch
beim Jüngsten Gericht. Diese drei Szenen werden durch Holzreliefs dargestellt, die ähnlich
denen am Mättig-Epitaph gestaltet sind. Der Funktion des Totengedächtnisses entsprechend
wurde bei diesem der Akzent jedoch stärker auf die Themen der Auferstehung Christi und des
Jüngstes Gerichts gelegt, das Programm des Altarretabels quasi wieder aufgegriffen und
weiter vertieft. Auch in seinen Dimensionen steht das Mättig-Epitaph dem Altarretabel kaum
nach, was die Anspruchshaltung des bzw. der Auftraggeber unterstreicht. In dieser
unmittelbaren Bezüglichkeit ist es ein ein drückliches Beispiel für die einstige Verbundenheit
der lutherischen Bürgerschaft der Spreestadt mit ihrer Stadtpfarrkirche St. Petri,
deren prachtvolle Ausgestaltung und Unversehrtheit über Jahrhunderte hinweg als eine
ehrenvolle Aufgabe wahrgenommen wurde(4).
Gregorius Mättig hat die Herstellung seines Epitaphs noch zu Lebzeiten geregelt. So traf er
in seinem umfangreichen Vermächtnis von 1650 eine Vorkehrung zum Erhalt des Denkmals.
Mit einem festgesetzten Geldbetrag sollte es zweimal jährlich gereinigt und insgesamt in einem
ordentlichen Zustand erhalten werden(5). Das bis heute in der Petrikirche befindliche Bildwerk wurde
jedoch erst etwa ein Jahrzehnt nach Mättigs Tod durch den in Bautzen tätigen Bildhauer David Hübner,
der den Auftrag 1655 erhalten hatte, ausgeführt (6). Über die Vollendung und Anbringung des Epitaphs
berichtet ein Brief des Bautzener Rates an den oberlausitzischen Landvogt Curt Reinicke von Callenberg
vom 19. Mai 1661(7). Darin bittet der Rat den Landvogt, dass dieser David Hübner von Arbeiten an
Callenbergs Stammsitz Muskau freistellen möge, da der Bildhauer in Bautzen zur Aufstellung des Epitaphs,
das „seine angedingte arbeit“ sei, dringend benötigt würde(8).

Sowohl das Retabel des Abendmahlsaltars als auch das Mättigsche Epitaph folgen in ihrer formalen und
inhaltlichen Gestaltung Werken der Bildhauerkunst, wie sie an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert
im Erzgebirge und im Elbtal zwischen Pirna und Torgau entstanden. Vor allem die Werkstätten der Freiberger
Bildhauerfamilien Ditterich und Lorenz, die Pirnaer Schwencke-Werkstatt sowie die der verzweigten,
in Dresden und Breslau ansässigen Bildhauerfamilie Walter setzten im ausgehenden 16. und beginnenden
17. Jahrhundert regelrecht Standards für die Gestaltung von Altarretabeln und Epitaphien(9).
Sie zeichnen sich durch wiederkehrende Motive beim architektonischen Aufbau, bei figürlichen
Elementen und der verwendeten Ornamentik aus. Als mögliches Referenzwerk für das Bautzener Retabel
und das in seiner Abhängigkeit stehende Mättig-Epitaph sei an dieser Stelle der Altaraufsatz in der
Wolfenbütteler Hofkirche Beatae Mariae Virginis genannt, der von Bernhard Ditterich in den Jahren
1618-1623 geschaffen wurde. Außer in Sachsen waren die genannten Bildhauer auch für Auftraggeber
in den angrenzenden Regionen tätig, vor allem in Böhmen, Schlesien und den beiden Lausitzen.
Das belegen eindrücklich der 1597 von Michael Schwencke ursprünglich für den lutherischen Teil
der Petrikirche geschaffene Taufstein, der sich heute in der Michaeliskirche befindet,
oder auch das Altarretabel in der Neschwitzer Pfarrkirche, das David Schwencke zugesprochen
wird und um 1600 entstanden sein dürfte. Darüber hinaus ist bekannt, dass Franz Ditterich
d. Ä. um 1600 die Kanzel der Pulsnitzer Pfarrkirche schuf und Elias Ditterich zur gleichen Zeit
in Zittau eine Bildhauerwerkstatt unterhielt, die sowohl in der Oberlausitz als auch im
benachbarten Nordböhmen tätig war. Die Herkunft David Hübners aus einer der genannten Werkstätten
kann angenommen werden, ist an anderer Stelle aber noch genauer zu untersuchen.
Das Mättig-Epitaph wirft grundlegende Fragen zur Bildhauerei und Malerei in Bautzen und der
Oberlausitz während des 17. Jahrhunderts auf. Bisher ist die regionale Kunstgeschichte dieses
Zeitalters noch kaum erforscht. Zwar wird mit David Hübner der Meister des Mättig-Epitaphs
namentlich fassbar. Allerdings lassen sich ihm gegenwärtig keine weiteren erhaltenen Werke
zuordnen. Aus den Bautzener Ratsrechnungen ist über Hübner lediglich zu erfahren, dass er
1663 im Auftrag des Rates eine steinerne Figur der Melusine für den Röhrkasten der städtischen
Wasserleitung in der Schlossstraße schuf und zwei Jahre später eine Neptunfigur für den Röhrkasten
in der Reichenstraße(10). Beide Werke sind in den folgenden Jahrhunderten verloren gegangen.
Angesichts eines bemerkenswerten Bestands an Altären und Epitaphien in Kirchen in Bautzen
und Umgebung aus dem gesamten 17. Jahrhundert – erinnert sei hier an Werke in Königswartha
(Altarretabel, unbek. Bildhauer und H. Neander, 1624), Bautzen, Taucherkirche (Epitaph des
Andreas Nitsche, unbek. Meister, um 1630), Lohsa (Altarretabel, unbek. Meister, 1666),
Kleinbautzen (Altarretabel, unbek. Meister, 1675), Burkau (Altarretabel,
unbek. Meister, 1677), Nostitz (Altarretabel, unbek. Meister, 1680),
Königsbrück (Altarretabel, J. S. Kauderbach und J. Stöckel, 1692), sowie in Bautzen,
St. Michael (Altarretabel, J. S. Kauderbach und J. Stöckel, 1693), kann angenommen werden,
dass es in der Spreestadt während des 17. Jahrhunderts über Jahrzehnte hinweg eine bzw.
mehrere leistungsfähige Bildschnitzer- und Malerwerkstätten gab. Gleichzeitig muss aber
auch festgestellt werden, dass sich sowohl in Bautzen wie auch in den anderen Sechsstädten
der Oberlausitz nur wenige großformatige Epitaphien des 17. Jahrhunderts erhalten haben,
die dem des Gregorius Mättig in ihrem Anspruch vergleichbar wären(11). Für Bautzen gilt
insbesondere, dass die Interieurs sämtlicher Gotteshäuser durch Brände während des
17. und 18. Jahrhunderts sowie durch purifizierende Umgestaltungen im 19. und 20. Jahrhundert
umfassende Verluste erlitten haben. Das Epitaph des Gregorius Mättig kann daher heute zu den
bedeutendsten frühneuzeitlichen Ausstattungsstücken in Bautzener Kirchen gerechnet werden.
Seine konservatorische und kunsthistorische Erforschung im Rahmen des geplanten Restaurierungsvorhabens
könnte der Auftakt sein, für eine seit langem ausstehende tiefgründigere Beschäftigung mit der
Kunst dieses Zeitalters in der Oberlausitz.
Die Restaurierung des Epitaphs und die wissenschaftlich publizistische Bearbeitung des
Epitaphs sind mit einem Kostenumfang von ca. 65.000 Euro kalkuliert.
Ihre Spende wird benötigt und erbeten!
(1)Eine monographische Untersuchung zu diesem Werk steht aus. Als Ausgangspunkt
noch immer hilfreich ist: Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der
älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Heft 33 Bautzen
(Stadt), Dresden 1909, S. 52 f. 
(2)Den Standort des Grabmals beschreibt Daniel Friedrich Janus:
De vita Gregorii Maettigii [...], Budissin 1740, unpag. [Bl. 2v]:
„in via [...], quae ad sacrosanctum altare ducit“, womit der Mittelgang
im Gestühl des Südschiffs gemeint sein dürfte. 
(3)Ebd., [Bl. 3r]; Die Druckschrift von Janus gibt eine lateinische Inschrift am
Epitaph wieder, die in dieser Form nicht mehr vorhanden ist. Es bleibt zu klären,
ob sie in späterer Zeit durch die heute auf der unteren Kartusche befindliche
Inschrift ersetzt wurde. 
(4)Gregorius Mättig hatte an der Neuausstattung des lutherischen Teils der Petrikirche
nach dem Brand von 1634 nicht nur mit seinem monumentalen Epitaph Anteil.
Noch zu Lebzeiten stiftete er 1643 eine neue, von einem Kamenzer Meister
geschaffene Kanzel (1817 beseitigt) sowie zwei Messingleuchter. Gurlitt,
Beschreibende Darstellung, S. 18, 43 f. 
(5)Karl Albert Heßler: Die milden Stiftungen der Stadt Budissin. 3. Heft, Budissin 1850,
S. 392; Es kann davon ausgegangen werden, dass im Zuge der jährlich zweimal auszuführenden
Reinigungsarbeiten auch immer wieder Ausbesserungen an der Farbfassung vorgenommen wurden,
worüber die bevorstehende Restaurierung näheren Aufschluss verspricht. 
(6)Vermutlich entstand es im Auftrag der Witwe Barbara Mättig, geb. Krantz,
die auch die Bronzetafel des eigentlichen Grabmals anfertigen ließ. 
(7)Stadtarchiv Bautzen unter Rep. VIII. VI.A.II.c.1.I; Für den
Hinweis auf dieses Schreiben danke ich ganz herzlich Dr. Uwe Koch, Potsdam. 
(8)Ebd. 
(9)Walter Hentschel: Dresdner Bildhauer des 16. und 17. Jahrhunderts, Weimar 1966; Elisabeth
Schwarm-Tomisch: Pirnaer Skulptur um 1600. Eine Untersuchung zu Bildkunst und Theologie im
Werk der Bildhauerfamilien Schwencke und Hörnig, Kiel 1996. 
(10)Paul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener
Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1 (1915), S. 28-63, hier S. 50 f. 
(11)Eine Ausnahme bildet Zittau, wo sich eine größere Zahl an Epitaphien des 16. bis 18. Jahrhunderts
erhalten hat, die heute überwiegend in den Städtischen Museen aufbewahrt werden, von denen dazu
ein Forschungsvorhaben vorbereitet wird. 
Erfolgreiche Restaurierung des Mättig-Porträts 2008
Die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, das bedeutende Erbe
Mättigs zu bewahren bzw. wieder zu erschließen. Ein Straßenname erinnert in Bautzen an ihn, das
Epitaph und die zwei Leuchter im Petridom bewahren sein Gedächtnis, im Stadtmuseum waren in der
alten Dauerausstellung sein Altersporträt und eine Grabplatte von 1650 zu sehen. Doch sein Erbe
ist weit umfangreicher. Dazu zählt auch das nachstehend abgebildete, bedeutende Gemälde von 1626,
dass im 2. Weltkrieg stark beschädigt und bis vor kurzem im Depot verwahrt wird.

Dank der Kollekte des Festgottesdienstes, weiterer Spenden sowie der Förderung der Sparkassenstiftung
für den Landkreis Bautzen konnte das Gemälde im Jahr 2008 im Auftrag des Stadt- und Regionalmuseums
Bautzen restauriert werden und erstrahlt nun in neuem / alten Glanz. Welche Schwierigkeiten es bei
der Restaurierung zu meistern gab und wie aufwendig sich die Wiederherstellung eines so stark
beschädigten Kunstwerkes gestaltet, zeigt die Kurzfassung des Restaurierungsberichtes,
den Sie im Folgenden lesen können:
Das Gemälde befand sich vor der Restaurierung in einem bedauernswürdigen Zustand. Die offensichtlichen Schäden,
unzählige größere und kleinere Löcher auf der gesamten Bildfläche und sogar im Holzrahmen, sind noch eine
Hinterlassenschaft des zweiten Weltkrieges. In der Bildleinwand und im Rahmen wurden noch kleine Granatsplitter
gefunden, die von einer Explosion aus der Zeit der erbitterten Kämpfe um Bautzen in den letzten Kriegswochen
stammen dürften.
Das Gemälde hatte man aber schon vor dieser Zeit einmal restauriert. Dabei wurde der originale Spannrahmen entfernt,
das Bild auf eine zweite Leinwand doubliert und auf einen etwas kleineren Keilrahmen aufgespannt. Dadurch gingen
an allen Bildrändern einige Zentimeter Bildfläche verloren. Unglücklicherweise wurde das Bild auch am unteren
Rand beschnitten, so dass bereits die linke Hand beschnitten war. Da das Bild lange Zeit nicht mehr gespannt
war, konnte die Leinwand arbeiten, so dass sich die Farbschicht an einigen Stellen zusammengeschoben hatte.
Der Firnis war durch die natürliche Alterung vergilbt, an einigen Stellen waren auch noch nachgedunkelte
Retuschen von der erwähnten Restaurierung zu erkennen. Durch den Aufprall kleinster Sandkörnchen bei der
Explosion waren hunderte kleinster Partikel aus der Farbschicht und der Firnisschicht herausgeplatzt.
Die Oberfläche war von einer fest haftenden Schmutzschicht bedeckt.
Zur Restaurierung wurde die gelockerte Farbschicht mit Hautleim gefestigt.
Die gestauchten Farbschichtbereiche wurden durch Befeuchten und Erwärmen und anschließendes Pressen planiert.
Die Oberfläche wurde feucht gereinigt. Der Firnis wurde mit Isopropanol abgenommen, die nachgedunkelten
Retuschen mit Dimethylformamid entfernt. Die Doublierleinwand wude nach Anquellen des Stärkeklebers langsam
abgezogen. In die Löcher wurde passend zugeschnittene Leinwandstücke eingesetzt. Nach einer Planierung durch
kaltes Pressen des gesamten Bildes wurde das Bild uner Vakuum mit einem speziellen Heißsiegelkleber wieder
auf eine neue Doublierleinwand geklebt.
Der aufgesplitterte Keilrahmen wurde wieder zusammengefügt und mit einem kalt zu verarbeitenden Fischleim
verklebt. Zur Stabilisierung wurden einige Holzstücke eingesetzt. Außerdem wurde das Format unten
um 2,5 cm vergrößert.
Alle Fehlstellen in der Farbschicht wurden mit einem grau getönten Kreide-Leim-Kitt aufgefüllt, geglättet
und entsprechend der Umgebung strukturiert.
Retuschiert wurden die Fehlstellen dann mit Trockenpigmenten und einem reversiblen und nicht gilbenden
Kunstharz und zum Abschluss wurde ein Kunstharzfirnis mit geringem Bienenwachsanteil aufgetragen.
Bildnis Gregor Mättig
1626 ...
Öl auf Leinwand
H.= 98,5 cm; B.= 86 cm (ohne Rahmen)
Inv.-Nr.: R 2561 (Sammlung Oskar Roesger, zwischen 1868 und 1910 in das Museum gekommen)
Zum Künstler
Von Adam Lämmel sind bisher keine konkreten Lebensdaten bekannt. Vermutlich kam Lämmel aus
Prag vom Hof Kaiser Rudolf II. in die Oberlausitz. Nachweislich
hielt er sich von 1617 bis 1636 in Bautzen auf und war hier im Auftrage des Rates
tätig. So erhielt Lämmel 1617 vom Rat eine Bezahlung für zwei Bildnisse des Bürgermeisters
A. Böhmer. Einige weitere Bildnisse werden ihm zugeschrieben und befinden sich in der
Sammlung an Bürgermeisterbildern im Stadtmuseum Bautzen.
Kosten für die Restaurierung
13.000 Euro
Quelle: Expertise Ophelia Rehor, Stadtmuseum Bautzen |
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